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Stirnthermometer - unkomplizierte Fiebermessung

Ein Stirnthermometer benötigt nur wenige Sekunden, um die Körpertemperatur zu bestimmen. Doch die Messwerte schwanken oft erheblich.

Wenn sich die Stirn bei Fieber erhitzt, sendet sie deutlich mehr Infrarotstrahlung aus. Stirnthermometer messen diese Strahlung und berechnen daraus die Körpertemperatur. Allerdings wird die Stirn durch die Umgebung spürbar abgekühlt, so dass der Messwert nur teilweise vom Fieber bestimmt wird. Die Stirnthermometer lösen das Problem, indem sie auch die Umgebungstemperatur messen und in den Endwert mit einbeziehen.

Stirnthermometer - schnell und praktisch

Vorteile und Nachteile der Stirnthermometer

Der größte Vorteil der Stirnthermometer liegt in der einfachen Handhabung, die kaum Übung oder Vorwissen erfordert. Zudem dauert die Messung meist weniger als fünf Sekunden. Berührungslose Geräte ermöglichen sogar eine Messung während des Schlafs - bei kleinen Kindern manchmal sehr praktisch.

Viele Stirnthermometer verwandeln sich durch den Wechsel eines Aufsatzes in ein Ohrthermometer. Und ihr Infrarotsensor ermöglicht oft auch die Messung der Temperatur von anderen Objekten - Babybrei oder Milchflaschen etwa. Bei dieser Anwendung können die Messfehler jedoch erheblich sein.

Die Stirn eignet sich nur bedingt für eine korrekte Messung der Körpertemperatur. Kontakt- und Ohrthermometer messen die Temperatur tiefer im Körperinneren und liefern daher zumindest theoretisch verlässlichere Werte. Stirnthermometer hingegen benötigen spezielle Algorithmen, um aus mehreren Messwerten auf die eigentliche Körpertemperatur zu schließen. Auch bei optimalem Messverlauf sind Abweichungen von 0,3°C von der eigentlichen Körpertemperatur nicht auszuschließen.

Gute Noten in unabhängigen Tests

Nur wenige Ärzte vertrauen daher den Stirnthermometern1. Sie verlassen sich lieber auf die präzisen Kontaktthermometer oder auf Ohrthermometer, die sich bereits bei schnellen Routinemessungen bewährt haben. Ein letzter Nachteil: Stirnthermometer sind deutlich teurer als die verlässlichen Kontaktthermometer.

In den Tests kommen viele Geräte dennoch gut weg. Ein ältere Vergleichstests der Stiftung Warentest hat einige Geräte mit "Gut" beurteilt; drei kombinierte Ohr-/Stirnthermometer finden sich noch heute im Handel. Und die Zeitschrift ÖKO-TEST hat im Jahr 2016 zwei Ohr-/Stirnthermometer mit der Note "Sehr Gut" versehen.

Fazit

Stirnthermometer ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Fiebermessung, in unabhängigen Tests überzeugen manche Modelle auch mit guter Qualität. Doch wenn es bei hohem Fieber auf jedes Zehntelgrad ankommt, sollte die Messung mit einem präzisen Kontaktthermometer überprüft werden.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 A. Waldermann, Schnell, aber ungenau, Tagesspiegel, Januar 2005 (Link)
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