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Körperfettwaagen – die Sieger der unabhängigen Tests

Die Stiftung Warentest benotet die Körperfettanalyse bei Personenwaagen nur mit „ausreichend“. Zwei günstige Modelle waren mit Einschränkungen empfehlenswert.

Viele Personenwaagen weisen zwei Elektroden in der Wiegefläche auf, die das Körperfett bestimmen sollen. Laut Stiftung Warentest sind die Resultate allerdings unzuverlässig: Im Vergleich zu exakten Messmethoden wie der Bioimpedanzanalyse sind Abweichungen von mindestens 20 Prozent die Regel.

Die Computerzeitschrift CHIP hatte 2017 ebenfalls einen ausführlichen Vergleichstest durchgeführt – mit ähnlichen Ergebnissen. Etwas genauer waren die Messwerte bei Körperfettwaagen, die zusätzlich Handelektroden aufwiesen.

Im Jahr 2019 hatte auch das Nachrichtenmagazin Spiegel einen unabhängigen Experten befragt: Dieser Forscher bemängelte, dass handelsübliche Körperfettwaagen bis zu 10 Prozent vom tatsächlichen Wert abweichen1.

Stiftung Warentest, CHIP und Haus + Garten haben Körperfettwaagen getestet

Stiftung Warentest (2014)

Stiftung Warentest testet Körperfettwaagen

Im Jahr 2014 hat die Stiftung Warentest 19 Personenwaagen getestet, von denen 11 auch für eine Körperanalyse ausgelegt waren. Während das Körpergewicht präzise angezeigt wurde, ließ die Bestimmung des Fettgewebes bei allen Geräten zu wünschen übrig.

Alle getesteten Körperfettwaagen zeigten erhebliche Schwankungen bei den Messwerten. „Bei ein und derselben Person kommt eine Waage auf 17 Prozent Körperfett, die nächste auf 35 Prozent“, konstatierten die Prüfer2. Im Durchschnitt wichen die Messwerte um etwa 20 Prozent von dem professionellen Referenzgerät ab. Die Funktion der Körperfettbestimmung wurde daher bei allen Geräten nur mit „Ausreichend“ beurteilt.

Die Kriterien der Stiftung Warentest waren allerdings streng. Jeweils 16 Männer und Frauen in unterschiedlicher körperlicher Verfassung wurden von einem erfahrenen Sportmediziner untersucht, und das Messergebnis diente als Referenzwert. Ein Manko des Tests ist, dass keine Geräte mit Handmonitor getestet wurden – alle Körperfettwaagen beschränkten sich auf Fußelektroden.

Am ehesten entsprachen noch die Geräte ADE Tabea und Korona Dolores den Anforderungen. Auch sie bestimmten das Körperfett häufig falsch, lagen aber wenigstens bei manchen Testpersonen in der Nähe des Referenzwertes.

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ADE Tabea – bestes Gerät bei der Stiftung Warentest
  • gute Bestimmung des Körpergewichts
  • bei der Fettanalyse besser als die Konkurrenten
  • kippsicher, aber leichte Abstriche bei der Rutschfestigkeit

Consumer Reports (2016)

Das US-amerikanische Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ hat im Jahr 2016 einen Vergleich von sechs Körperfettwaagen mit einer exaktem Messgerät durchgeführt, dem Bod Pod. Die Abweichungen betrugen im besten Fall 21 Prozent, im schlechtesten Fall sogar 34 Prozent3. Die getesteten Modelle sind auf dem deutschen Markt allerdings nur schwer erhältlich.

Haus & Garten Test (2016)

Ebenfalls im Jahr 2016 testete die Zeitschrift „Haus und Garten“ 22 Personenwaagen, von denen 12 auch die Analyse des Körperfetts versprachen. Ausnahmslos alle Geräte wurden mit „Gut“ oder „Sehr Gut“ bewertet4.

Haus + Garten testet Körperfettwaagen

Für ihren Artikel betrieb die Zeitung allerdings deutlich weniger Aufwand als die Stiftung Warentest. Nur sechs Personen nahmen an dem Test teil, und die Ermittlung der Referenzwerte erfolgte im lokalen Fitnessstudio. Laut dieser Analyse lagen die Messergebnisse der Körperfettwaagen allesamt „nahe an den Referenzwerten“ – genauere Angaben oder auch nur die Größenordnung der Abweichung sucht man jedoch vergebens.

CHIP (2017)

14 Körperfettwaagen nahm sich die Computer-Zeitschrift CHIP im Jahr 2017 vor (leider nicht mehr online). Sehr viel Aufmerksamkeit widmete sie der Frage, ob und wie diese Geräte mit Smartphone und Computer kommunizieren. Aber auch die medizinische Leistungsfähigkeit wurde geprüft: Als Referenz dienten sieben Testpersonen, die am Zentrum für Prävention und Sportmedizin im Münchner Klinikum Rechts der Isar mit der etablierten Caliper-Methode untersucht wurden.

CHIP testet Körperfettwaagen

Leider hatte CHIP die Testergebnisse nicht getrennt bewertet: Die Bestimmung von Gewichts und Körperfett wurden pauschal in einer Note zusammengefasst. Abweichungen vom Referenzwert wurden zwar für die Gewichtsmessung angegeben, aber nicht für die Körperfettbestimmung. Konkrete Aussagen lassen sich aus diesem Test nur bedingt herauslesen.

Im Test fanden sich auch vier Geräte, die Elektroden für Füße und Hände aufweisen und so eine (zumindest theoretisch) deutlich genauere Messung des ganzen Körpers erlauben5. Ein Gerät von Tanita erreichte bei der Bewertung der Messgenauigkeit den absoluten Spitzenwert von 100 Punkten. Ein weiteres Gerät von Tanita, das etwas günstigere BC-601, ging mit 95 Punkten als zweiter durchs Ziel, überzeugte aber durch gute Ausstattung und einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Tanita BC-601 – gute Bewertung im CHIP-Test von 2017
  • hohe Messgenauigkeit
  • 9 Körperanalysewerte
  • Messwerte können am PC ausgewertet werden
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Leider sind die Ergebnisse dieses CHIP-Tests nicht mehr online zugänglich. Auf der aktuellen Seite zu Körperfettwaagen gibt die Computerzeitschrift nur noch allgemeine Verkaufsempfehlungen – eigene Tests oder Expertenmeinungen sucht man nun vergebens6.

Fazit

Handelsübliche Körperfettwaagen messen eher ungenau, die Abweichungen betragen meist 20 Prozent oder mehr. Die Stiftung Warentest konnte noch am ehesten das günstige Modell ADE Tabea* empfehlen, das zumindest bei manchen Personen verlässliche Ergebnisse lieferte.

Ein Vergleichstest der Zeitschrift CHIP von 2017 fand ebenfalls große Abweichungen, allerdings schnitten Modelle mit Hand- und Fußmonitor etwas besser ab. Mit Einschränkungen empfehlenswert war das recht kostspielige Tanita BC-601*.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 T. Hollstein, Wie genau messen neue Körperfettwaagen?, Der Spiegel, März 2019 (Link)
  • 2 Stiftung Warentest, Ziemlich vermessen, Ausgabe 01/2014 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Consumer Reports, Body-Fat Scale Review, März 2016 (Link)
  • 4 Haus und Garten, Messbarer Erfolg, Ausgabe 01/2016 (Link)
  • 5 Campa et al., Assessment of Body Composition in Athletes: A Narrative Review of Available Methods with Special Reference to Quantitative and Qualitative Bioimpedance Analysis, Nutrients, Mai 2021 (Link)
  • 6 CHIP, Körperfettwaagen Test: Körperanalysewaagen im Vergleich (Testergebnisse von 2017 leider nicht mehr zugänglich), abgerufen Februar 2021 (Link)
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