Körperanalyse - Medizin & Fitness Körperanalyse - Medizin & Fitness
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Körperfettwaagen - die Sieger der unabhängigen Tests

Vier unabhängige Tests haben Körperfettwaagen unter die Lupe genommen. Kritisch hingeschaut hat vor allem die Stiftung Warentest.

Viele Personenwaagen bestimmen neben dem Gewicht auch den Anteil des Körperfetts. Die Ergebnisse sind allerdings meist unzuverlässig: Im Vergleich zu exakten Messmethoden, etwa der Bioimpedanzanalyse, sind Abweichungen von etwa 20 Prozent zu erwarten.

Stiftung Warentest (2014)

Im Jahr 2014 hat die Stiftung Warentest 19 Personenwaagen getestet, von denen 11 auch für eine Körperanalyse ausgelegt waren. Während das Körpergewicht präzise angezeigt wurde, ließ die Bestimmung des Fettgewebes bei allen Geräten zu wünschen übrig.

Stiftung Warentest, CHIP und Haus + Garten haben Körperfettwaagen getestet Stiftung Warentest testet Körperfettwaagen

Alle getesteten Körperfettwaagen zeigten erhebliche Schwankungen bei den Messwerten. "Bei ein und derselben Person kommt eine Waage auf 17 Prozent Körperfett, die nächste auf 35 Prozent", konstatierten die Prüfer1. Im Durchschnitt wichen die Messwerte um etwa 20 Prozent von dem professionellen Referenzgerät ab. Die Funktion der Körperfettbestimmung wurde daher bei allen Geräten nur mit "Ausreichend" beurteilt.

Die Kriterien der Stiftung Warentest waren allerdings streng. Jeweils 16 Männer und Frauen in unterschiedlicher körperlicher Verfassung wurden von einem erfahrenen Sportmediziner untersucht, und das Messergebnis diente als Referenzwert. Ein Manko des Tests ist, dass keine Geräte mit Handmonitor getestet wurden - alle Körperfettwaagen beschränkten sich auf Fußelektroden.

Am ehesten entsprachen noch die Geräte ADE Tabea und Korona Dolores den Anforderungen. Auch sie bestimmten das Körperfett häufig falsch, lagen aber wenigstens bei manchen Testpersonen in der Nähe des Referenzwertes.

Am ehesten konnte das Adea Tabea die Stiftung Warentest überzeugen

erhältlich bei Amazon*

ADE Tabea

  • gute Bestimmung des Körpergewichts
  • bei der Fettanalyse besser als die Konkurrenten
  • kippsicher, aber leichte Abstriche bei der Rutschfestigkeit

Consumer Reports (2016)

Das US-amerikanische Verbrauchermagazin "Consumer Reports" hat im Jahr 2016 einen Vergleich von sechs Körperfettwaagen mit einer exaktem Messgerät durchgeführt, dem Bod Pod. Die Abweichungen betrugen im besten Fall 21 Prozent, im schlechtesten Fall sogar 34 Prozent2. Die getesteten Modelle sind auf dem deutschen Markt allerdings nur schwer erhältlich.

Haus & Garten Test (2016)

Nur eine geringe Neigung zu Kritik offenbarte die Zeitschrift "Haus und Garten". Anfang 2016 testete sie 22 Personenwaagen, von denen 12 auch die Analyse des Körperfetts versprachen. Ausnahmslos alle Geräte wurden mit "Gut" oder "Sehr Gut" bewertet3.

Haus + Garten testet Körperfettwaagen

Für ihren Artikel betrieb die Zeitung allerdings deutlich weniger Aufwand als die Stiftung Warentest. Nur sechs Personen nahmen an dem Test teil, und die Ermittlung der Referenzwerte erfolgte im lokalen Fitnessstudio. Laut dieser Analyse lagen die Messergebnisse der Körperfettwaagen allesamt "nahe an den Referenzwerten" - genauere Angaben oder auch nur die Größenordnung der Abweichung sucht man vergebens.

CHIP (2017)

14 Körperfettwaagen nahm sich die Computer-Zeitschrift CHIP vor. Sehr viel Aufmerksamkeit widmete sie der Frage, ob und wie diese Geräte mit Smartphone und Computer kommunizieren. Aber auch die medizinische Leistungsfähigkeit wurde geprüft: Als Referenz dienten sieben Testpersonen, die am Zentrum für Prävention und Sportmedizin im Münchner Klinikum Rechts der Isar mit der etablierten Caliper-Methode untersucht wurden4.

CHIP testet Körperfettwaagen

Leider hat CHIP die Testergebnisse nicht getrennt bewertet: Die Bestimmung von Gewichts und Körperfett wurden pauschal in einer Note zusammengefasst. Abweichungen vom Referenzwert werden zwar für die Gewichtsmessung angegeben, aber nicht nicht für die Körperfettbestimmung. Konkrete Aussagen lassen sich aus diesem Test also nur bedingt herauszulesen.

Im Test fanden sich auch vier Geräte, die Elektroden für Füße und Hände aufweisen und so eine (zumindest theoretisch) deutlich genauere Messung des ganzen Körpers erlauben5. Ein Gerät von Tanita erreichte bei der Bewertung der Messgenauigkeit den absoluten Spitzenwert von 100 Punkten. Ein weiteres Gerät von Tanita, das etwas günstigere BC-601, ging mit 95 Punkten als zweiter durchs Ziel, überzeugte aber durch gute Ausstattung und einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zu den genaueren Modellen im CHIP-Test zählte das Tanita BC-601

erhältlich bei Amazon*

Tanita BC-601

  • hohe Messgenauigkeit
  • 9 Körperanalysewerte
  • Messwerte können am PC ausgewertet werden
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Fazit

Handelsübliche Körperfettwaagen messen eher ungenau, kritische Tests fanden Abweichungen von 20 Prozent oder mehr. Die Stiftung Warentest konnte noch am ehesten das günstige Modell ADE Tabea* empfehlen, bei der Zeitschrift CHIP schnitt das recht kostspielige Tanita BC-601* am besten ab.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Stiftung Warentest, Ziemlich vermessen, Ausgabe 01/2014 (Link)
  • 2 Consumer Reports, Body-Fat Scale Review, März 2016 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Haus und Garten, Messbarer Erfolg, Ausgabe 01/2016 (Link)
  • 4 CHIP, Körperfettwaagen: Die besten Modelle, 4 Januar 2017 (Link)
  • 5 C. Drösser, Messen Körperfettwaagen wirklich das Körperfett?, Zeit Online, Dezember 2011 (Link)
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