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Körperfettwaagen – Sensoren für Hand und Fuß

Körperfettwaagen messen das Fettgewebe mit Elektroden, die an den Füßen oder Händen ansetzen. Eine Alternative ist die altbewährte Caliper-Zange.

Elektronische Körperfettwaagen schicken kleine Mengen Strom durch den Körper: Der elektrische Widerstand verrät, wie hoch der Anteil des Körperfetts ist1.

Eine bewährte Alternative ist die mechanische Caliper-Zange. Ihre Handhabung ist zwar deutlich komplizierter, doch die Resultate sind bei korrekter Auswertung auch für medizinische Zwecke geeignet.

1.  Wie genau sind Körperfettwaagen?

Körperfettwaagen nutzen das Prinzip der bioelektrischen Impedanzanalyse: Die Elektroden bauen ein schwaches elektrisches Feld auf und der Widerstand des Körpers gibt Hinweise auf den Anteil des Fettgewebes.

Da Strom sich jedoch immer den kürzesten Weg sucht, passiert er bei Fußelektroden allenfalls noch den Bauchnabel2. Vor allem bei Menschen, die einen ausladenden Bauch und eher schlanke Beine haben, können die Messfehler erheblich sein. Grundsätzlich sind Ungenauigkeiten von 20 Prozent oder mehr die Regel.

Etwas genauer wird die Messung, wenn zusätzlich Sensoren für die Hände vorhanden sind.

Nicht zu empfehlen sind Geräte, die allein mit Handsensoren ausgestattet sind. Sie messen nur das Fettgewebe in Armen und Schultern.

2.  Elektronische Körperfettwaagen

2.1  Körperfettwaagen mit Fußsensoren

Körperfettwaagen mit Fußsensoren sind günstig aber ungenau

Gewicht und Körperfett zugleich bestimmen – zwei Elektroden oder Sensoren, die auf der Oberseite einer Personenwaage angebracht sind, sollen dies möglich machen. Doch das Versprechen ist kaum einzuhalten: Derartige Geräte bestimmen meist nur das Fettgewebe in den Beinen.

Körperfettwaagen mit Fußsensoren sind günstig aber ungenau

Die Stiftung Warentest hat 2014 einen sehr kritischen Blick auf Körperfettwaagen mit Fußsensoren geworfen: Die Bestimmung des Körperfetts wurde bei allen Modellen bestenfalls mit „ausreichend“ bewertet3. Die Messungen wichen meist um etwa 20 Prozent von einem medizinischen Referenzwert ab.

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2.2  Körperfettanalyse nur mit Handsensoren

Körperfettwaagen mit Handelektroden messen nicht das Bauchfett

Im Handel findet sich auch eine kleine Zahl von Geräten, bei denen Sensoren den Strom über die Hände leiten. Dieser Aufbau kann nur der Fettanteil in den Armen und in den Schultern bestimmen, das für die Gesundheit relevante Bauchfett wird nicht erfasst. Die Aussagekraft dieser Messungen ist nur sehr gering.

Körperfettwaagen mit Handelektroden messen nicht das Bauchfett

2.3  Körperfettwaage mit Fuß- und Handsensoren

Körperfettwaagen mit Hand-Fuß-Elektroden sind relativ genau, aber oft recht teuer

Körperfettwaagen der gehobenen Preisklasse kombinieren die Eigenschaften der zuvor genannten Geräte. Die Füße stehen auf Elektroden und die Hände greifen ein Handteil, das ebenfalls Elektroden enthält – der Strom fließt so durch den ganzen Körper. Mit dem gleichen Prinzip arbeiten professionelle Instrumente: In der Theorie könnten diese Körperfettwaagen genaue Ergebnisse liefern.

Körperfettwaagen mit Hand-Fuß-Elektroden sind relativ genau, aber oft recht teuer

Doch die korrekte Anordnung der Sensoren ist noch keine Garantie für ein verlässliches Ergebnis. Die Auswertung der Messungen erfordert ausgeklügelte Rechenmodelle: Die Hersteller müssten aufwendige Studien durchführen, um für jeden Körperbau verlässliche Aussagen zu ermöglichen2. Meist ist jedoch unklar, ob die Firmen den entsprechenden Aufwand getrieben haben.

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3.  Mechanische Alternative: Körperfettzange oder Caliper

Eine etablierte – aber deutlich mühsamere – Alternative zu elektronischen Messgeräten ist die Caliper-Zange. Sie misst die Dicke von Hautfalten. Etwa zwei Drittel des Körperfetts werden in den unteren Hautschichten gespeichert, daher erlaubt diese Messung eine verlässliche Abschätzung des gesamten Körperfetts.

Mit dem Caliper werden meist eine Reihe von Messungen an verschiedenen Körperstellen durchgeführt, wie etwa Bauch, Oberschenkel und Achsel. Über die Jahre haben sich unterschiedliche Messprotokolle etabliert, die über komplizierte Formeln den Anteil des Fettgewebes berechnen. Wesentlich einfacher wird die Auswertung durch eine Computer-Software oder Smartphone-App, in welche die Messwerte eingegeben werden.

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  • 3- und 7-Falten-Methode nach Jackson & Pollock
  • Online-Software zur Körperfettanalyse
  • mit Anleitungsvideos

Einfache Caliper sind bereits für wenige Euro zu haben. Manche Geräte bieten die Möglichkeit, den Messwert zu speichern – die Messung an schwer zugänglichen Körperstellen kann damit auch ohne die Hilfe einer zweiten Person erfolgen.

4.  Fazit

Elektronische Körperfettwaagen liefern nur unzuverlässige Werte – Abweichungen von 20 Prozent oder mehr sind die Regel. Die Stiftung Warentest fand am ehesten noch die einfache Adea Tabea* empfehlenswert, obwohl sie nur Fußelektroden aufweist.

Grundsätzlich messen Waagen etwas genauer, wenn sie Sensoren für Hände und Füße aufweisen. Aktuelle Tests dazu sind schwer erhältlich, aber ein beliebtes Modell ist die Omron BF511*.

Eine günstige und verlässliche, aber auch aufwendige Alternative stellen mechanische Caliper-Zangen dar. Beliebt ist etwa die Cravallo Caliper I*.

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Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Popiolek-Kalisz et al., Bioelectrical Impedance Analysis and Body Composition in Cardiovascular Diseases, Current Problems in Cardiology, November 2023 (Link)
  • 2 Campa et al., Assessment of Body Composition in Athletes: A Narrative Review of Available Methods with Special Reference to Quantitative and Qualitative Bioimpedance Analysis, Nutrients, Mai 2021 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Stiftung Warentest, Ziemlich vermessen, Ausgabe 01/2014 (Link)
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